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Premiere! – Gautings Fußballer spielten in Clermont l’Herault

Nach wochenlanger Vorbereitung startete die B-Jugend des Gautinger SC am 8. April 2022 in ihr einwöchiges Fußball-Trainingslager. Ziel für die sechs Betreuer und 13 Jugendliche war Gautings Partnergemeinde in Südfrankreich: Clermont L’Herault.

„Wie soll ich da schreiben?“ fragte einer der Fußballspieler, der sich unsicher war, ob er auf Französisch, Deutsch oder Englisch seinem französischen Partner antworten sollte. Schon im Vorfeld kommunizierten die Gautinger jungen Fußballer über soziale Medien mit Französinnen und Franzosen. Aufgeregt waren alle dreizehn 15- bis 16-Jährigen, die erste Oster-Ferienwoche mit den Jugendlichen aus der Partnergemeinde in Südfrankreich zu verbringen.

Auf die B-Jugend des Gautinger Sport Clubs (GSC) mit dem Trainer und Leiter der Abteilung Fußball beim GSC, Oliver Stollbert, warteten viele Begegnungen, sportliche und kulturelle Events in Clermont l’Herault. Highlight des Besuchs war das Freundschaftsspiel mit den Fußballern der 1. Herrenmannschaft von La Clermontaise.

Untergebracht waren die Gautinger am nahe gelegenen Lac du Salagou. Auf dem dortigen Campingplatz unterhält die Gemeinde Gauting im Rahmen ihrer Partnerschaft eine Hütte, die von den jungen Leuten zum Kochen, Essen und Feiern genutzt wurde.

„GautingerHütte“ am Lac du Salagou

„Dieser Sportaustausch zwischen GSC und dem französischen Club La Clermontaise ist eine Premiere und ein Verdienst von Lutz Tietz, der sich dafür im Vorfeld eingesetzt hat.“, berichtet Stollbert. Es läge nun an den Vereinen, auch andere Programme für Jugendliche mit den Partnerschaftsstädten zu begeistern, meint die Vertreterin des Partnerschaftsvereins „Verein für deutsch-französisch-englische
Partnerschaft Gauting e.V.“ (dfev.e.V.), die den Aufenthalt aktiv mitorganisiert hat.

Im Rahmen des Programms fand erstmalig auf dem städtischen Fußballgelände in Clermont ein Freundschaftsspiel zwischen der B-Jugend des GSC und der französischen Mannschaft von La Clermontaise statt. „Der Respekt vor den Clermontaisern war groß“, betonte Oliver Stollbert. Vorausgegangen war ein intensives Training der Jugendlichen aus Gauting und Clermont l’Herault, das vom französischen Trainer Mathis Redoul bilingual durchgeführt wurde. Selbst eine erklärte Taktikänderung des GSC A-Jugend und Co Trainers Steffen Groschup reichte zum Sieg nicht aus. Die Clermontaiser tauschten zur Halbzeit die gesamte Mannschaft aus, so dass die Gautinger nur mit einem 2:6 kämpferisch vom Platz zogen. Sie erwarten eine freundschaftliche Revanche mit den Spielern des La Clermontaise in der neu umbenannten Lutz-Tietz-Arena im kommenden Jahr in
Gauting. Gefeiert wurde die Niederlage mit den Franzosen trotzdem auf ihrem Campingplatz am See.

Die Gautinger Mannschaft mit ihrem Trainer

Im Rahmen des Aufenthalts standen viele Begegnungen insbesondere mit den Schülerinnen und Schüler des dortigen Gymnasiums Réné Goss auf dem Programm. Diese empfingen die Jungen freudig am Eingang der Schule, um mit ihnen gemeinsam zu essen, auf dem Schulhof spontan Fußball zu spielen und um dann mit den Gymnasiasten die Deutschstunde zu besuchen. Die Deutschlehrerin unterrichtete die Jugendlichen zusammen mit Helmut Schumacher, einem Mitglied des dortigen Partnerschaftsverbandes und ehemaligem Schulleiter.

Die Stadtbesichtigung mit dem Besuch beim deutschen Konsulat in Montpellier, einer Ausflugsfahrt nach Sete ans Mittelmeer sowie den Besuch des sehenswerten Marktes in Clermont haben den jungen Leuten einen ersten Eindruck über die landschaftlichen und kulturellen Reize Okzitaniens gegeben. Von der Gemeinde Clermont erfolgte eine Einladung in die Roller Dance Disko zusammen mit den Französinnen und Franzosen. Zu einem Pokalspiel am Rande eines internationalen Turniers, das von der Vertreterin des DFEV e.V. zusammen mit dem Bürgermeister angestoßen wurde, feuerten die deutsch-französische Jugend die Clermontaiser an.

Die Initiative zu diesem Projekt ging vom Gautinger Städtepartnerschaftsverein DFEV .e.V. aus: „Unser Ziel ist es, Vereinen und Initiativen eine Begegnung mit Menschen in den Partnergemeinden zu ermöglichen.“ Nur durch das Interesse und Engagements der beiden Trainer, der Motivation der Spieler sowie durch die finanzielle Förderung insbesondere des deutsch-französische Jugendwerkes sei ein Austausch realisierbar gewesen.

Unterstützt hat das Projekt zudem der Partnerschaftsverband von Clermont l’Herault, der Kontakte zum Gymnasium und zum Fußballverein hergestellt hatte und vor Ort ein wichtiger Kontakt für alle Programmpunkte war.

Die Planung für den Austausch dieses Jahr hatte bereits am Jahresende 2021 begonnen, erklärte Oliver Stollbert. Der frühere Trainer Tietz Lutz beabsichtigte, „seinen Jungs“ unbedingt das savoir-vivre in Clermont l’Herault zu erlebbar zur machen. Mit dem Gemeindebus Gauting und zwei weiteren Autos organisierte Stollbert zusammen mit fünf Betreuern die ganze Aktion, um den Jugendlichen nach zwei Jahren Pandemie und eingeschränktem Training ein Gemeinschaftserlebnis im Austausch mit französischen Jugendlichen zu ermöglichen.

Freuen würden sich die Gautinger schon auf ein Rückspiel in Gauting, um so auch spielerisch Sprachbarrieren zu überwinden. Einige von ihnen werden sich am Ende Juli wieder sehen, wenn sich zehn junge Clermontaiser im Rahmen des Internationalen Jugendcamps des Landkreises Starnbergs in Gauting treffen.

(Oliver Stollbert)

Besuch des Ensemble Scolaire Saint-Guilhem

Adriana Scipio

Am 28. Mai 2019 reisten 18 französische Schüler und zwei Lehrerinnen des Ensemble Scolaire Saint-Guilhem aus unserer Partnerstadt Clermont l`Hérault nach Gauting, um am folgenden Abend an der Podiumsdiskussion zum Thema „Was zählt im Leben“ teilzunehmen. Schön, dass sich die Gäste in englischer Sprache an der Diskussion beteiligten. Die Klasse hatte sich bereits vorab mit diesem Thema auseinandergesetzt und überreichte uns ein diesbezügliches Poster. Die „Big Five“ der Franzosen waren: Familie, Freunde, Gesundheit, Liebe, Glück. Es folgten in der Reihenfolge sechs bis zehn: Freiheit, Bildung, Friede, Musik und Reisen.

Am Donnerstag, Christi Himmelfahrt, ging es in die KZ-Gedenkstätte nach Dachau, wo wir eine exzellente Führung in englischer Sprache erhielten. Die französischen Schüler wurden sowohl für ihr Interesse als auch ihr gutes Englisch gelobt. Durch den Besuch wurde uns wieder bewusst, wie wichtig Demokratie und Menschenrechte sind.

Am Freitag standen Unterrichtsbesuche auf dem Programm. Die Schüler nahmen vor allem am Englisch- und Französischunterricht teil. Die Englischlehrerin einer deutschen Klasse freute sich, dass sie die deutschen Schüler nicht ermahnen musste, Englisch zu sprechen. Die Klasse war begeistert, sich in der Fremdsprache auszutauschen. Zwei französische Schüler konnten Deutsch und somit den Mathematikunterricht  sowie den Unterricht in Hauswirtschaft und Ernährung besuchen. Sie genossen es, Chili zu kochen, Salat vorzubereiten sowie dann auch mit unseren Schülern zu essen. Zwei französische Schüler, die in einer 9. Klasse eine Schulaufgabe mitgeschrieben hatten, freuten sich, dass der Englischlehrer auch ihre Schulaufgabe gleich korrigierte und sie ihnen zurückgab. Ihre Freude war groß, als sie die gute Bemerkung sahen. Ein Highlight war auch die Musikstunde in englischer Sprache hielt. Hier lernten die Schüler einer 8. Klasse zusammen mit den französischen Schülern über Jazz, Blues, Gospels und Work Songs. Am Abend übten sie bayerische Volkstänze in den Räumen des örtlichen Trachtenvereins, s. Zeitungsartikel im Münchner Merkur.

Am Samstag ging es dann zum Schloss Neuschwanstein. Schön, dass uns auch einige deutsche Schüler und eine Gastmutter begleiteten.

Am Sonntag war Familientag, der äußerst unterschiedlich verbracht wurde. So besuchten Familien  beispielsweise den Englischen Garten, ein Gastschüler konnte mit seinem Gastvater, einem Piloten, in einem Kleinflugzeug bis zu den Alpen und zurück fliegen, andere wanderten um den Schliersee.

Am Montag wurden wir von Bürgermeisterin Dr. Kössinger im Rathaus verabschiedet, dann ging es noch zum Starnberger See, wo einige Schüler trotz des kühlen Wassers in den See sprangen. Anschließend ging es mit der S-Bahn zum Flughafen, von wo unsere Gäste nach Marseille zurückflogen.

Es wäre schön, wenn die Beziehung zu dieser tollen Schule der Gautinger Partnerstadt aufrechterhalten werden könnte. Weitere Berichte von Eltern, Schülern und Lehrern finden Sie in den Schulnachrichten