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5-Seen-Anzeiger vom 25. Januar 2021

Gute Nachbarschaft

Städtepartnerschaftsausstellung im Rathaus Gauting

Seit 1973 gibt es die Städtepartnerschaft zwischen Gauting und dem französischen Clermont L’Herault schon. Damals brachte die Initiative der ehemaligen Bürgermeister Marcel in Clermont und Joseph Cischek in Gauting die Partnerschaft – übrigens als erste dieser Art im Landkreis Starnberg – ins Rollen. Auf kommunalpolitischer und vor allem auf privater Ebene mithilfe von Vereinen, Schulen, Sportclubs und Kultur funktionierte der Austausch von Anfang an sehr gut.

Als Clermont L’Herault im Jahre 1995 eine Partnerschaft mit dem englischen Patchway einging, reagierte auch Gauting interessiert und nahm Kontakt mit den Engländern auf und schloss 2003 eine Städtepartnerschaft mit der englischen Gemeinde. „Wir bemühen uns auch in Zeiten von Corona um einen engen Kontakt, wie es eben gerade möglich ist“, erklärte Katharina Ebner, zweite Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Verein für deutsch-französisch-englische Partnerschaft Gauting e.V.

Unser Würmtal vom 20. Januar 2021

Europa leben – Europa lieben

Seit 2019 gibt es den deutsch-französischen Bürgerfonds, der von Emmanuel Macron und Angela Merkel ins Leben gerufen wurde und bestehende Städtepartnerschaften maßgeblich unterstützt. Auf Initiative des Fonds findet am 22. Januar ein Deutsch-Französischer Tag statt. Die Gautinger Städtepartnerschaft organisierte anlässlich dieses Tages eine vierwöchige Ausstellung nebst Gewinnspiel und späterer Kinovorstellung.

Ungewöhnlich aktiv präsentiert sich der Verein für deutsch-französische Partnerschaft in Gauting e.V. (dfev). Die derzeitigen Reise- und Kontaktbeschränkungen ließen den Verein in den vergangenen Monaten erfinderisch werden. „Wir haben sehr viele virtuelle Treffen gehabt“, erklärte Vereinsvorsitzende Adriana Scipio. „Und zwar sowohl mit unseren französischen Partnern in Clermont-l´Hérault, als auch mit unseren englischen Partnern in Patchway.“

Online-Dinner der Handballer

Pia Langer

Essen mit Freunden in Zeiten von Corona über die Grenzen hinweg.

Deutsche und Franzosen verabredeten sich für den 8. Mai 2020 zu einem gemeinsamen Essen via Zoom. Während die Teilnehmer ihre Speisen zubereiteten,  die von Gegrilltem über Fischgerichte und  sonstige Leckereien reichten, (oder auf den Lieferservice der in Corona-Zeiten stark gebeutelten Restaurants warteten,  die manche Teilnehmer mit geliefertem Essen gerne unterstützen wollten), tauschten sie sich lebhaft über gemeinsame zukünftige Projekte aus. 

Nachdem ein Online-Dinner für alle ein Novum war, waren alle ziemlich gespannt und mussten feststellen, dass die Einrichtung der Technik nicht sofort auf Anhieb bei allen funktionierte, so dass man auch noch gleichzeitig auf ein anderes Video-Portal zum Live-Chat wechselte. Nachdem die Anfangsschwierigkeiten jedoch behoben waren und im Anschluss auch nicht mehr alle gleichzeitig redeten und lachten, wurden konstruktive Vorschläge gemacht und zukünftige Projekte besprochen. Besonders hervorzuheben ist auch der Wunsch, auf französischer Seite die Jumelage nachhaltig umzustrukturieren.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass das vom Deutsch-Französischen Bürgerfonds angestoßene Online-Dinner bei allen Teilnehmern sehr gut angekommen ist. Zum einen war es eine gelungene Abwechslung mit viel Spaß während dem strengen Lock-Down in beiden Ländern. Zum anderen wurden gemeinsame Projekte festgehalten und neue Ansätze der Fortführung der Partnerschaften kreiert.

Fahrt nach Clermont-l’Hérault 2019

Am Samstag, den 26. Oktober 2019 um 5:30 Uhr trafen wir uns am Bahnhof in Gauting, wo uns ein Reisebus erwartete. Nach einer sehr entspannten Fahrt über Bern kamen wir gegen 20:00 Uhr in Clermont an, wo wir von unseren Gastfamilien herzlich empfangen wurden.

Wir verbrachten vier sehr abwechslungs- und erlebnisreiche Tage. Am Mittwoch, dem 30. Oktober, nach einem kurzen Aufenthalt auf dem pulsierenden, faszinierenden, bunten Markt von Clermont, wo sich einige von uns noch mit Wein, Wahlnüssen oder Öl versorgten, fuhren wir nach Chambéry. Dort hatten wir einen Zwischenstopp. Nach einer Stadterkundung nahmen wir ein Abendessen ein und kehrten in unser Hotel zurück. Am nächsten Morgen, nach einem guten Frühstück, bei dem es auch frisch gebackene Madeleines gab, ging es um 9:00 Uhr wieder Richtung Gauting, wo wir am frühen Abend ankamen.

Es war eine sehr angenehme und trotz des dichten Programms und der langen Fahrt eine äußerst entspannte Reise. Vielen Dank natürlich an unsere französischen Freunde für das tolle Programm und die vorzügliche Verkostung, aber auch an Herrn Dr. Ulrich Hettinger für die Initiative und Durchführung.

Hier das Programm auf französisch und deutsch, das wir bei unserer Ankunft von der Jumelage erhielten:

Besuch des Ensemble Scolaire Saint-Guilhem

Adriana Scipio

Am 28. Mai 2019 reisten 18 französische Schüler und zwei Lehrerinnen des Ensemble Scolaire Saint-Guilhem aus unserer Partnerstadt Clermont l`Hérault nach Gauting, um am folgenden Abend an der Podiumsdiskussion zum Thema „Was zählt im Leben“ teilzunehmen. Schön, dass sich die Gäste in englischer Sprache an der Diskussion beteiligten. Die Klasse hatte sich bereits vorab mit diesem Thema auseinandergesetzt und überreichte uns ein diesbezügliches Poster. Die „Big Five“ der Franzosen waren: Familie, Freunde, Gesundheit, Liebe, Glück. Es folgten in der Reihenfolge sechs bis zehn: Freiheit, Bildung, Friede, Musik und Reisen.

Am Donnerstag, Christi Himmelfahrt, ging es in die KZ-Gedenkstätte nach Dachau, wo wir eine exzellente Führung in englischer Sprache erhielten. Die französischen Schüler wurden sowohl für ihr Interesse als auch ihr gutes Englisch gelobt. Durch den Besuch wurde uns wieder bewusst, wie wichtig Demokratie und Menschenrechte sind.

Am Freitag standen Unterrichtsbesuche auf dem Programm. Die Schüler nahmen vor allem am Englisch- und Französischunterricht teil. Die Englischlehrerin einer deutschen Klasse freute sich, dass sie die deutschen Schüler nicht ermahnen musste, Englisch zu sprechen. Die Klasse war begeistert, sich in der Fremdsprache auszutauschen. Zwei französische Schüler konnten Deutsch und somit den Mathematikunterricht  sowie den Unterricht in Hauswirtschaft und Ernährung besuchen. Sie genossen es, Chili zu kochen, Salat vorzubereiten sowie dann auch mit unseren Schülern zu essen. Zwei französische Schüler, die in einer 9. Klasse eine Schulaufgabe mitgeschrieben hatten, freuten sich, dass der Englischlehrer auch ihre Schulaufgabe gleich korrigierte und sie ihnen zurückgab. Ihre Freude war groß, als sie die gute Bemerkung sahen. Ein Highlight war auch die Musikstunde in englischer Sprache hielt. Hier lernten die Schüler einer 8. Klasse zusammen mit den französischen Schülern über Jazz, Blues, Gospels und Work Songs. Am Abend übten sie bayerische Volkstänze in den Räumen des örtlichen Trachtenvereins, s. Zeitungsartikel im Münchner Merkur.

Am Samstag ging es dann zum Schloss Neuschwanstein. Schön, dass uns auch einige deutsche Schüler und eine Gastmutter begleiteten.

Am Sonntag war Familientag, der äußerst unterschiedlich verbracht wurde. So besuchten Familien  beispielsweise den Englischen Garten, ein Gastschüler konnte mit seinem Gastvater, einem Piloten, in einem Kleinflugzeug bis zu den Alpen und zurück fliegen, andere wanderten um den Schliersee.

Am Montag wurden wir von Bürgermeisterin Dr. Kössinger im Rathaus verabschiedet, dann ging es noch zum Starnberger See, wo einige Schüler trotz des kühlen Wassers in den See sprangen. Anschließend ging es mit der S-Bahn zum Flughafen, von wo unsere Gäste nach Marseille zurückflogen.

Es wäre schön, wenn die Beziehung zu dieser tollen Schule der Gautinger Partnerstadt aufrechterhalten werden könnte. Weitere Berichte von Eltern, Schülern und Lehrern finden Sie in den Schulnachrichten