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Deutsch-Französischer Tag am OvTG 2020

Seit 2003 gibt es am 22. Januar einen bundesweiten Deutsch-Französischen Tag. Dieser soll an die deutsch-französische Freundschaft erinnern. Schulen beider Länder sollen die bilateralen Beziehungen thematisieren und Kinder und Jugendliche mit dem jeweiligen Nachbarland bekannt machen.

In diesem Jahr lud die Französischlehrerin, Frau Sabine Mönch, Interessierte unseres Vereins ein, um nicht nur an der Präsentation der einzelnen Projekte teilzunehmen, sondern um auch mit einem Stand unseren Verein zu vertreten.

Herzlichen Dank dafür. Danke auch an Frau Bethan Ilett, die sich um die Durchführung eines Quiz kümmerte.

Betriebspraktika 2019

In diesem Jahr verbrachten acht Schülerinnen eine Woche in Südengland und lernten den Lehrerberuf an Grundschulen kennen. Die Schülerinnen waren auf vier Grundschulen verteilt und machten somit unterschiedliche Erfahrungen.

An der Holy Family School konnten Tanja und Chantal an einem Workshop über die Maya teilnehmen, der von der einzigen Maya Archäologin Großbritanniens ganztägig durchgeführt wurde. Sie berichtete äußerst spannend über ihre fünfzehnjährige Tätigkeit im Urwald Mittelamerikas. Es war erstaunlich, dass sie das Leben dort, trotz giftiger Schlangen und Spinnen, mit denen sie fast täglich in Berührung kam, trotz der Zeckenplage und des einfachen Lebens im Zelt, liebte. Die Schülerinnen erfuhren über Ballspiele der Maya und über die heiße Schokolade, die diese tranken. Zudem konnten sie beispielsweise Artefakte der Maya anfassen, erraten wofür sie verwendet wurden, sich wie Maya bekleideten sowie einen Mayakalender basteln. Zudem konnten sie eine Kopie eines Maya Buches bewundern.

An der St Chad’s Primary School nahmen Nathalie und Alina DIN-A4-Plakate in Empfang, welche die dortigen Schüler zum Thema „Was zählt im Leben“ gestaltet hatten. An der Callicroft Primary School staunten Johanna und Stefanie vor allem über die „assembly“ (Vollversammlung) in der die Schüler am Freitag für ihre Leistungen geehrt werden. Dabei werden nicht nur die besten prämiert, sondern auch diejenigen, die sich verbessert haben. Linda und Sarah, die an der Stoke Lodge Primary ihr Praktikum absolvierten,  hatten vor allem viel Freude, als sie mit den kleinen Grundschulkindern spielten. Die Schule beginnt dort bereits mit dem 4. Lebensjahr und somit spielen die Kinder wie bei uns im Kindergarten, nur dass sie auch schon Rechnen und Schreiben lernen. Eine sprachliche Herausforderung waren die Präsentationen über die Schülerinnen selbst bzw. über das Thema ‚Was zählt im Leben‘, die alle Mädchen vor einem englischen Publikum hielten.

Hier einige Äußerungen der Schülerinnen:

Chantal über die Präsentation zum Thema ‚Was zählt im Leben‘, die vom englischen Schulleiter, Herrn Richard Clark kommentiert und gelobt wurde: „Zu Beginn der Präsentation war ich sehr aufgeregt, aber dann ließ die Anspannung nach und am Ende war ich erleichtert und glücklich, dass ich die Präsentation vor Engländern gemeistert hatte. Der englische Schulleiter, Herr Clark, hob vor allem die Folie hervor, in der ich die Gleichbehandlung aller Menschen erläuterte.“

Nathalie über die englische Sprache: „In der Schule war es anfangs eine Herausforderung alles zu verstehen, aber im Laufe der Woche konnte ich mich an ihre Aussprache gewöhnen. In der Familie dagegen war es einfacher, man konnte auch jederzeit nachfragen.“

Steffi über die englische Schule und die englischen Schüler:  „Die Schüler haben sehr oft selbständig gearbeitet. Mir fiel auf, dass sie vor allem viele Mathematikaufgaben gelöst haben und es war schön, dass wir ihnen dabei helfen konnten. Alle Schüler waren nett, höflich und sehr diszipliniert.“

Tanja über den Abendausflug nach Portishead an der Küste: „Der Hafen und die tolle Aussicht, die bis nach Wales reichte, waren faszinierend. Die für die Engländer typischen ‚fish’n chips‘ schmeckten sehr gut.“

Johanna über die Gastfamilie: „Wir wurden wie die eigenen Kinder sehr herzlich behandelt und waren von den Gasteltern begeistert.“

Linda zum Essen: „In der Familie haben wir meistens zu fünft gegessen. In der Schule haben wir zusammen mit den Schülern in der Kantine Mittagessen gehabt. Das Abendessen an der ‚waterfront‘ war besonders lecker.“

Sarah über Bristol: „Es war spannend mit dem Doppeldecker Bus zu fahren.“

Alina über London: „Schön, dass wir den ganzen Tag  herumgelaufen sind, im Hyde Park sich Papageien auf meine Hand gesetzt haben, den Buckingham Palast, das Parlamentsgebäude – Big Ben wurde gerade renoviert – , Downing Street – dort fand eine Demonstration über Free Palestine statt -,  den Paddington Bär sowie das London Eye gesehen haben.  Ein Erlebnis war es auch, im Hard Rock Café zu essen.“

Besuch des Ensemble Scolaire Saint-Guilhem

Adriana Scipio

Am 28. Mai 2019 reisten 18 französische Schüler und zwei Lehrerinnen des Ensemble Scolaire Saint-Guilhem aus unserer Partnerstadt Clermont l`Hérault nach Gauting, um am folgenden Abend an der Podiumsdiskussion zum Thema „Was zählt im Leben“ teilzunehmen. Schön, dass sich die Gäste in englischer Sprache an der Diskussion beteiligten. Die Klasse hatte sich bereits vorab mit diesem Thema auseinandergesetzt und überreichte uns ein diesbezügliches Poster. Die „Big Five“ der Franzosen waren: Familie, Freunde, Gesundheit, Liebe, Glück. Es folgten in der Reihenfolge sechs bis zehn: Freiheit, Bildung, Friede, Musik und Reisen.

Am Donnerstag, Christi Himmelfahrt, ging es in die KZ-Gedenkstätte nach Dachau, wo wir eine exzellente Führung in englischer Sprache erhielten. Die französischen Schüler wurden sowohl für ihr Interesse als auch ihr gutes Englisch gelobt. Durch den Besuch wurde uns wieder bewusst, wie wichtig Demokratie und Menschenrechte sind.

Am Freitag standen Unterrichtsbesuche auf dem Programm. Die Schüler nahmen vor allem am Englisch- und Französischunterricht teil. Die Englischlehrerin einer deutschen Klasse freute sich, dass sie die deutschen Schüler nicht ermahnen musste, Englisch zu sprechen. Die Klasse war begeistert, sich in der Fremdsprache auszutauschen. Zwei französische Schüler konnten Deutsch und somit den Mathematikunterricht  sowie den Unterricht in Hauswirtschaft und Ernährung besuchen. Sie genossen es, Chili zu kochen, Salat vorzubereiten sowie dann auch mit unseren Schülern zu essen. Zwei französische Schüler, die in einer 9. Klasse eine Schulaufgabe mitgeschrieben hatten, freuten sich, dass der Englischlehrer auch ihre Schulaufgabe gleich korrigierte und sie ihnen zurückgab. Ihre Freude war groß, als sie die gute Bemerkung sahen. Ein Highlight war auch die Musikstunde in englischer Sprache hielt. Hier lernten die Schüler einer 8. Klasse zusammen mit den französischen Schülern über Jazz, Blues, Gospels und Work Songs. Am Abend übten sie bayerische Volkstänze in den Räumen des örtlichen Trachtenvereins, s. Zeitungsartikel im Münchner Merkur.

Am Samstag ging es dann zum Schloss Neuschwanstein. Schön, dass uns auch einige deutsche Schüler und eine Gastmutter begleiteten.

Am Sonntag war Familientag, der äußerst unterschiedlich verbracht wurde. So besuchten Familien  beispielsweise den Englischen Garten, ein Gastschüler konnte mit seinem Gastvater, einem Piloten, in einem Kleinflugzeug bis zu den Alpen und zurück fliegen, andere wanderten um den Schliersee.

Am Montag wurden wir von Bürgermeisterin Dr. Kössinger im Rathaus verabschiedet, dann ging es noch zum Starnberger See, wo einige Schüler trotz des kühlen Wassers in den See sprangen. Anschließend ging es mit der S-Bahn zum Flughafen, von wo unsere Gäste nach Marseille zurückflogen.

Es wäre schön, wenn die Beziehung zu dieser tollen Schule der Gautinger Partnerstadt aufrechterhalten werden könnte. Weitere Berichte von Eltern, Schülern und Lehrern finden Sie in den Schulnachrichten

Was zählt im Leben?

Ein deutsch-französisch-englisches, generationenübergreifendes Projekt an der Realschule Gauting

An der Realschule Gauting wurde, auch in Zusammenarbeit mit dem DFEV sowie mit zwei Schulen unserer Partnerstädte, nämlich der St Chad’s Primary School und dem Ensemble Scolaire Saint-Guilhem, ein Projekt mit dem Thema „Was zählt im Leben?“ durchgeführt.

Unser Vorstandsmitglied, Frau Sabine Karmazin, erläutert der Klasse 5c das Farbspektrum, da die Klasse meint, dass Farben im Leben wichtig seien

Nachdem sich die Realschulklassen im Religions- und Ethikunterricht mit dem oben genannten Thema auseinandergesetzt hatten, fanden vom 26. Februar bis 1. März Gespräche mit Senioren, den sogenannten Gutfrauen (dieser Begriff wurde von der Süddeutschen Zeitung verwendet, als diese über vier lokale, sozial engagierte Unternehmerinnen berichtete) und mit einigen Mitgliedern des deutsch-französisch-englischen Vereins Gauting e.V. statt.

Prof. Dr. Vogt, Prof. Dr. Schade, Frau Wiendl, Frau Wicht, Herr Dr. Wagner (Moderation), Frau Bergmann, Bianca-Marie Burger, Frau van Kempen (von links

Bei der Podiumsdiskussion am 29. Mai wurden die auf dem Podium in deutscher Sprache stattfindenden Gespräche für die anwesenden französischen Schüler von unserem Vorstandsmitglied Frau Bethan Ilett und zwei Referendarinnen ins Englische übersetzt. Es war der Wunsch der begleitenden französischen Lehrerinnen, nicht ins Französische, sondern ins Englische zu übersetzen, da alle achtzehn  französischen Schüler bilingual, d.h. englisch/französisch an ihrer Schule unterrichtet werden.

Frau Bethan Ilett dolmetscht mit zwei Englischreferendarinnen für die anwesende französische Klasse vom Deutschen ins Englische

Das Projekt wurde durch Preisgelder in Höhe von 400 Euro geehrt, die die Schüler an Gautinger Senioren spendeten. Hier einige Bilder über das Projekt, das insgesamt ein halbes Jahr dauerte.

Ein Plakat der St Chad’s Primary School in Patchway
Plakat der französischen Klasse des Ensemble Scolaire Saint-Guilhelm in Clermont
Ein Plakat der St Chad’s Primary School in Patchway
Die Podiumsdiskussion ergab, dass Familie und Liebe sehr wichtig sind. Hier ein Plakat aus dem hervorgeht, was eine zehnte Klasse der Realschule Gauting unter Liebe versteht. Aber ohne eine intakte Umwelt wird es für kommende Generationen immer schwieriger werden.
Stellwand der St Chad’s Primary School in Patchway